Lesen für guten Zweck

Lesen für guten Zweck

Bücher müssen nicht neu sein – Flohmarkt der Kolpingfamilie gefragt wie nie – Ehrenamtlicher Einsatz – Erlös wird gespendet

Burgkirchen. Zu einer gigantischen Bibliothek ist der große Saal des Bürgerzentrums Burgkirchen am Samstag geworden. Denn hier veranstaltete die örtliche Kolpingfamilie ihren Bücher-Flohmarkt. 
Diese mittlerweile vierte Altbücher-Börse übertraf die Erwartungen der Veranstalter bei Weitem: Aufgrund der bisherigen Erfahrungen hatten die Kolpingianer mit der Größenordnung von 20 000 Büchern gerechnet, tatsächlich wurden 32 000 gespendet. 
Damit die Kunden sich in diesem eigentlich unüberschaubaren Angebot orientieren können, wurden die Bücher vor dem Verkauf in rund 30 Kategorien sortiert. Besonders umfangreich fielen dabei die Abteilungen Romane und Krimis aus, aber es gab auch viele Kinderbücher und eine breite Vielfalt an Sachbüchern.
Das unschlagbar große Angebot wie auch die perfekte Organisation lockten viele Bücherfreunde am Samstag in den großen Saal des Bürgerzentrums Burgkirchen. Das schlug sich im Ergebnis nieder: Am Ende des Tages lagen über 9000 Euro in der Flohmarktkasse. Dieses Geld stammt von über 500 Käufern. Die Besucherzahl darf sicher doppelt so hoch geschätzt werden, weil die meisten Käufer nicht allein zum Flohmarkt kamen, viele sogar mit der ganzen Familie.
„32 000 Bücher zu transportieren und zu sortieren, ist harte Arbeit, kein Spaß. Aber im Team herrschte immer gute Stimmung. So war es ein Vergnügen, mit den Kolpingianern zu arbeiten“, sagte „Chefbibliothekarin“ Gertraud Munt, die in der Kolpingfamilie Burgkirchen den Bücher-Flohmarkt koordiniert. 
Sie nimmt das ganze Jahr über Buchspenden an, die in einer Garage der Gemeinde geschützt aufbewahrt werden. Im Laufe dieses Jahres kamen bereits mehr als zehn Euro-Paletten an Büchern zusammen, die auf jeder Palette eineinhalb Meter hoch gestapelt wurden. 
Nicht gerechnet hatten die Kolpingianer damit, dass in der Woche vor dem Bücher-Flohmarkt wiederum die gleiche Menge an Büchern abgegeben wurde. Von Montag, 4. November, bis Freitag 8. November, nahm die Kolpingfamilie im Bürgerzentrum Buchspenden an. „Zeitweise standen die Anliefernden Schlange durch die Eingangshalle bis hinaus auf den Platz vor dem Bürgerzentrum“, erzählte am Samstag Kolping-Vorsitzender Erich Birke. 
„Manche lieferten ganze Kartons voller Bücher an. Einigen war anzumerken, dass sie sich nur schwer von ihren geschätzten Büchern trennen können. Aber sie spendeten ihre Bücher im Vertrauen, dass sie bei der Kolpingfamilie gut aufgehoben sind, weil sie für einen guten Zweck verwendet werden. Weil in unserem Bücher-Flohmarkt nur ehrenamtliche und keine bezahlte Arbeit steckt, fallen keine Verwaltungskosten an und der gesamte Erlös kann für gute Zwecke gespendet werden“, führte Birke weiter aus. Aus Gesprächen mit Anliefernden weiß der Kolping-Vorsitzende, das viele daheim Platz für Neues schaffen wollen oder auch Wohnungen auflösen müssen.
Das Flohmarkt-Team der Burgkirchner Kolpingfamilie verfügt mit Gertraud Munt und Mitarbeiterinnen der Bibliothek Burgkirchen über ausgezeichnetes Fachpersonal, das schon bei der Anlieferung der Bücher sachkundig und schnell vorsortieren kann. Bei der Vor- und Nachbereitung sowie im Verkauf waren 25 Kolping-Mitglieder und einige Freunde im Einsatz. Auch viele Mitglieder der Familie Munt halfen, eine Tochter reiste sogar aus Duisburg an, um die ganze Woche mitzuarbeiten. Mehrere Kolping-Mitglieder nahmen sich eine Woche Urlaub oder verschafften sich mittels Gleitzeit Freiraum.
Am Samstag warteten ab 8:30 Uhr schon annähernd 100 „Bücherwürmer“, um als erste Kunden in den großen Saal zu dürfen. Aber die Vorstandschaft der Kolpingfamilie entschied sich dafür, nicht vorzeitig, sondern – wie angekündigt – um 9 Uhr zu öffnen, damit sich niemand benachteiligt fühlen muss. Der Verkauf lief am Samstag bis 16 Uhr. Für Preise, für die man ansonsten nur eine Zeitschrift oder eine Zeitung kaufen kann, waren hier gute Bücher zu haben (zwischen 1,50 Euro für Taschenbücher und zwei Euro für gebundene Bücher).
Was mit dem erfreulich hohen Erlös geschehen soll, wird sich die Vorstandschaft der Kolpingfamilie in Ruhe überlegen. In den vergangenen Jahren wurde viel für die teure Pfarrheimsanierung gespendet. Auch Fahrten für Kinder und Jugendliche oder Familienfreizeiten wurden unterstützt, außerdem soziale Projekte wie der Burgkirchner Weltladen oder der Burgkirchner Wohlfahrtsladen.
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